Erster Vogel des Jahres 1970

Der Graureiher, seiner Lieblingsspeise nach auch Fischreiher genannt, ist unsere häufigste Reiherart und auch in unserer schönen Kurstadt keine Seltenheit. Trotzdem hat erst vor wenigen Jahren ein Reiherpaar den Anfang gemacht und am großen Kurparkteich ein Nest gebaut. Mittlerweile sind Artgenossen dem Beispiel gefolgt und haben eine kleine Kolonie gegründet.



Biologie des Graureihers

Graureiher sind in weiten Teilen von Europa, Asien und Afrika verbreitet und in manchen Gegenden so häufig, dass es in den Revieren schon eng wird. Daher sind Graureiher auch in Städten kein ungewohnter Anblick mehr. Sie zeigen sich anpassungsfähig mit nicht allzu hohen Ansprüchen an ihren Lebensraum: Ein Gewässer mit ausreichend Fisch und hohen Bäumen als Schlaf- und Nistplatz sind die Voraussetzungen dafür, dass Graureiher sich wohl fühlen. Auch auf Wiesen und Feldern sind die Vögel häufig zu beobachten, wo sie auf Mäuse lauern.

In Bad Nauheim sind Graureiher das ganze Jahr über ansässig. Sowohl an den Teichen, als auch in der Usa lassen sie sich häufig bei der Jagd beobachten, bei der sie regungslos im Wasser stehen und pfeilschnell zustoßen, wenn die erwählte Beute in Reichweite ist. Im Frühjahr jedoch können Graureiher im Kurpark nicht nur bei der Nahrungssuche, sondern auch bei der Jungenaufzucht beobachtet werden. Auf der Insel im großen Teich haben mittlerweile mehrere Paare Nester gebaut und ziehen erfolgreich ihre Küken groß. Graureiher brüten gerne in Kolonien. Die Paare sind monogam und ziehen gemeinsam ihre vier bis fünf Jungen groß. Die Küken schlüpfen nach einem knappen Monat im Abstand einiger Tage und bleiben einen weiteren Monat im Nest, bevor sie anfangen, auf den benachbarten Ästen herum zu klettern. Erst mit fast zwei Monaten werden sie flügge und gehen selbst auf die Jagd. Häufig können die Jungreiher noch am Nest beobachtet werden, das gerne noch als Schlaf- und Ruheplatz genutzt wird.